Gute Gründe für Kanada

Die Schönheit des Landes und die vielen Freizeitmöglichkeiten

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Kanada wird von Einheimischen, Touristen und Austauschschülern für seine spektakuläre Natur geliebt. Der Indian Summer im Osten Kanadas, die Rocky Mountains im Westen und die unendlich erscheinende arktische Tundra im Norden sind einige der Landschaftsformen, mit denen das zweitgrößte Land der Erde dich begeistern wird. In Kanada sind vielfältige Freizeitmöglichkeiten an der Tagesordnung: Im Winter geht es zum Ski- und Snowboardfahren in die Berge, zum Schlittschuhlaufen auf die vielen eingefrorenen Gewässer, oder du wagst dich auf eine Hundeschlittenfahrt. In den warmen Monaten kannst du Wassersport wie Kajakfahren, Angeln und Segeln ausprobieren, aber auch Wandern, Klettern und Campen. Du liebst Museen, Theater oder gehst für dein Leben gern Shoppen? In den wenigen Großstädten wird Besuchern all das geboten, was sie sich von einer typischen, nordamerikanischen Metropole erhoffen.

Die Freundlichkeit der Menschen

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Kanadier sind bekannt für ihre offenherzige, freundliche Art auch Fremden gegenüber. In der multikulturellen Gesellschaft des Landes ist man interessiert an deiner Herkunft: Dies macht es dir von Anfang an leicht, in Kontakt mit Einheimischen zu kommen. Viele der gerade einmal 35 Millionen Kanadier sind sehr naturverbunden und freuen sich, mit ihren Gästen Ausflüge in die Umgebung zu machen. Dabei wirst du feststellen, dass Entfernungen in dem riesigen Lang relativ sind – eine Autofahrt zur angepeilten Sehenswürdigkeit kann auch mal ein paar Stunden dauern! Du wirst begeistert sein, wie hilfsbereit man dir in jeder Lage begegnen wird und wie schnell man in Kanada Freundschaften knüpfen kann.

Das kanadische Bildungssystem

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Nicht erst seit den letzten PISA-Studien ist bekannt, dass das kanadische Bildungssystem weltweit eine hohe Anerkennung genießt. Vor allem macht Schule in Kanada auch richtig Spaß: Das High School-Leben verändert bei vielen Austauschschülern die Einstellung zu Schule und Lernen. Das liegt unter anderem an den spannenden Wahlfächern und der modernen Ausstattung, aber auch an der Anbindung von Freizeitaktivitäten wie Sport oder Musik an die Schule. Wer vormittags im Architekturkurs ein Haus entwirft und nachmittags im Schulteam der Basketballmannschaft mittrainiert, weiß, was School Spirit ist!

Unendliche Weiten: Land und Provinzen

Das Pazifische Kanada: British Columbia

Die Pazifikprovinz British Columbia zieht internationale Schüler magisch an. Kein Wunder, denn hier finden sich das Meer, Berge und interessante Städte, sozusagen Kanada im Kleinformat. Rund um die Metropolregion Vancouver, in der über 4 Millionen Menschen leben, befinden sich einige der besten Skigebiete der Welt, und vor der Küste kannst du die Inselwelt Westkanadas inklusive Vancouver Island entdecken. Auf der größten Pazifikinsel Nordamerikas befinden sich malerische Städtchen, unter anderem die Provinzhauptstadt Victoria, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

Prärieprovinzen: Alberta, Saskatchewan und Manitoba

Die Prärie – ein Sehnsuchtswort für Nordamerika-Fans. Die drei Provinzen im Herzen Kanadas bieten tatsächlich unendliche Weiten: Sowohl riesige Mais- und Weizenfelder als auch ungenutzte Steppe, über der der Himmel unwirklich flimmert. Doch eintönig ist die Landschaft nicht. Hier gibt es auch Wälder, Flusstäler und Seenlandschaften. British Columbias Nachbarstaat Alberta wird teilweise von den Rocky Mountains durchzogen und bietet neben Wintersportmöglichkeiten auch sehenswerte Städte. Einmal die Aussicht vom Calgary Tower genießen oder durch die vielen Parkanlagen von Edmonton flanieren – das sollte bei einem Besuch in Alberta nicht fehlen. Im weltweit drittältesten Nationalpark Banff wirst du die typische Seen- und Bergwelt Kanadas von einer besonders schönen Seite kennenlernen. In Saskatchewan sitzt die Trainingsakademie der Royal Canadian Mounted Police, auch als Mounties bekannt. In diesem Staat können sich Kanuten die Wildwasser-Routen hinunterstürzen, und Geschichtsinteressierte bestaunen jahrtausendealte Felsmalereien der Ureinwohner. Manitoba liegt so ziemlich in der Mitte Kanadas und wird deshalb auch als „the Heart of Canada“ bezeichnet. Aufgrund der kontinentalen Lage sind die Sommer hier recht warm. Die Winter dagegen sind knackig-kalt, aber hell und oft sonnig. In dieser Provinz kann man besonders gut Wildtiere wie Bisons oder Bären beobachten. Apropos Bären: Wusstest du, dass Winnie the Poo aus Manitobas Hauptstadt Winnipeg stammt?

Indian Summer und französisches Lebensgefühl: Ontario und Quebec

Ontario und Quebec zählen zum Osten Kanadas und stehen für den frankophonen Teil des Landes. In diesen Provinzen befindet sich auch der kanadische Teil der Great Lakes, die zusammen die größte Süßwasserfläche der Erde bilden. Das Laub der Mischwälder färbt sich in den Herbstmonaten in den unterschiedlichsten Gold- und Rottönen – der einmalige Indian Summer. In der mit Abstand bevölkerungsreichsten kanadischen Provinz Ontario, dem Wirtschaftszentrum des Landes, liegen sowohl die Landeshauptstadt Ottawa als auch die größte Stadt Kanadas, Toronto. Hier können Eishockey-Fans ihr persönliches Mekka besuchen: Die Hockey Hall of Fame. Um die weltberühmten Niagarafälle zu sehen, reicht von Toronto aus ein Tagesausflug. Ontario ist übrigens größtenteils englischsprachig. In der Provinz Quebec liegen die gleichnamige Provinzhauptstadt Quebec City und Montreal, die nach Paris zweitgrößte französischsprachige Metropole der Welt. Europäisch anmutende Baustile, hervorragendes Essen und die Lebensfreude der Menschen entlang des Sankt-Lorenz-Stroms sind typisch für Quebec.

Die Atlantikprovinzen: Newfundland/Labrador, Prince Edward Island, New Brunswick, und Nova Scotia

Die vier vergleichsweise kleinen Provinzen ganz im Osten Kanadas liegen allesamt am bzw. im Atlantik, denn es handelt sich um Inseln oder Halbinseln. Sie sind geprägt von felsigen Küsten, pittoresken Fischerdörfern und vielen bunten Leuchttürmen. Neufundland ist der Teil Nordamerikas, der vor 3.000 Jahres als erstes von Europäern entdeckt wurde. Mit seinen Fjorden und schroffen Felsküsten bietet die Provinz im Frühsommer ein besonderes Naturschauspiel: Auf dem Meer ziehen riesige Eisberge vorbei, was übrigens einst der Titanic zum Verhängnis wurde. Die Beobachtung von verschiedenen Walarten ist insbesondere in der zwischen Nova Scotia und New Brunswick gelegenen Bay of Fundy möglich, die zudem über außergewöhnlich schöne Felsformationen und den größten Tidenhub der Welt verfügt. Auf Prince Edward Island wurde vor 150 Jahren das heutige Kanada gegründet, worauf heute die imposante Confederation Bridge verweist. Sie verbindet die Insel mit dem kanadischen Festland. Typisch für die kleinste Provinz Kanadas sind die leuchtend roten Felsklippen. Nova Scotia zeigt sich sanfter: Hier wechseln sich die Fischerhäfen mit einsamen Stränden ab. Im Inland herrschen hügelige Wälder, Seen- und Flusslandschaften vor.

Der Norden: Yukon, Northwest Territories und Nunavut

Die drei Territorien im Norden Kanadas sind aufgrund der harten Umweltbedingungen nur dünn besiedelt. Das Klima ist im waldreichen Süden subpolar und im tundrischen Norden arktisch. Hier ist es so kalt, dass keine Bäume mehr wachsen. Im Winter sind Minus 40 Grad Celsius keine Seltenheit! In großen Teilen dieses Gebietes besteht Permafrost – der Boden ist hier seit mehreren tausend Jahren eingefroren. Trotzdem siedelten hier Menschen. In jedem der drei Territorien leben jeweils nur etwa 30.000 bis 40.000 Menschen, viele von ihnen kanadische Ureinwohner. Außerhalb der Hauptstädte Whitehorse (Yukon), Yellowknife (Northwest Territories) und Iqaluit (Nunavut) finden sich nur sehr wenige kleine Siedlungen. Das Leben ist hart und die Menschen müssen ohne viel Luxus auskommen. In Yukon steht übrigens der mit knapp 6.000 Metern höchste Berg Kanadas, der Mount Logan. Nunavut, das östliche der drei Territorien, besteht teilweise aus arktischen Inseln und beherbergt einen beachtlichen Anteil der weltweiten Süßwasserreserven. In den drei Territorien leben neben Karibus, Elchen und Luchsen zum Beispiel auch Wölfe, Grizzlybären und Pumas.

Spektakulär: Natur und Umwelt

Berge, Seen, Meer

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Kanada erstreckt sich über 7.500 Kilometer zwischen dem atlantischen und dem pazifischen Ozean. Die Nord-Süd-Ausdehnung zwischen Toronto und dem nördlichsten Zipfel des Landes in Nunavut beträgt fast 4.500 Kilometer. Dazwischen gibt es die unterschiedlichsten Landschaftsformen: An den Küsten Fjorde, Strände und Klippen, die Hochgebirge der Rocky Mountains und Appalachen, Steppen und Tiefland im südlichen Landesinneren und die arktischen Weiten im Norden. Außerdem besteht ein großer Teil der Landesfläche aus den über 2 Millionen Seen, von denen einige (die Great Lakes) zu den weltweit größten Binnengewässern gehören. Kanada ist übrigens das Land mit den längsten Küsten! Tausende Kilometer schlängeln sie sich zerklüftet am Pazifik und am Atlantik entlang.

Aufgrund der nördlichen Lage kann nur ein kleiner Teil des Landes wirtschaftlich genutzt werden, sodass die Natur vielerorts unberührt ist und eine beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt aufweist. Bereits im 19. Jahrhundert wurden in Kanada einige der weltweit ersten Nationalparks gegründet, allen voran der Banff-Nationalpark in Alberta. Die riesigen Urwaldgebiete werden so vor den Interessen der Rohstoffindustrie geschützt, denn Kanada ist reich an Bodenschätzen und natürlich Holz.

Wetter und Temperaturen

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Während die Temperaturen in den Küstenbereichen eher mild sind und dort auch die Niederschlagsrate recht hoch ist, musst du in den mittleren Provinzen mit teils heftigen Temperaturunterschieden rechnen. So ist der Sommer in Manitoba zwar mitunter richtig heiß, doch im Winter sind minus 20 Grad Celsius keine Seltenheit. Dafür scheint dort auch bei frostigen Temperaturen oft die Sonne. Für viele Austauschschüler aus wärmeren Gebieten ist der Schnee im Überfluss eine tolle Erfahrung. Schneemänner bauen, Rodeln, Schneemobilfahren – in Kanada weiß man den Winter zu nutzen! Manchmal jedoch legen Blizzards, gewaltige Schneestürme, die Ortschaften im Winter regelrecht lahm. Ein ganz besonderer Anblick in den nördlichen Gefilden sind die Polarlichter: In unterschiedlichen Farben erleuchten sie den Nachthimmel – viele Menschen nehmen weite Reisen auf sich, nur um dieses faszinierende Himmelsphänomen zu erleben.

Kanadas Tierwelt

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So vielfältig wie die Landschaft und das Klima ist auch die Natur. In ganz Kanada lässt sich der amerikanische Schwarzbär finden – der eine oder andere Gastschüler aus Deutschland staunt nicht schlecht, wenn er beim Blick aus dem Fenster im Garten einen Black Bear auf Nahrungssuche entdeckt. Sein großer Bruder, der Grizzlybär, lebt nur im Südwesten und im Norden Kanadas. Hält man sich beim Wandern im Wald an einfache Sicherheitsregeln, hat man gute Chancen, die Pelzträger in freier Natur zu beobachten. Auch Stinktiere und Waschbären sind in fast allen Provinzen anzutreffen. Elche gibt es eher im Osten des Landes – hier ist besonders auf den Straßen Vorsicht geboten, denn leider gibt es immer wieder Zusammenstöße mit den drei Meter großen Tieren. In der kargen Tundra ziehen Karibu-Herden umher, und auch Moschusochsen, Wölfe, Vielfraße und Lemminge leben hier. In den Bergregionen gehen Pumas und Weißkopfseeadler auf die Jagd, und an den Küsten kann man Wale beobachten. Im unwirtlichen Norden ist der majestätische Polarbär zu Hause. Auch Seehunde und Walrosse gehen hier auf Fischjagd.

Hintergründe: Geschichte, Politik und Wirtschaft Kanadas

Erste Besiedlung und Kolonialisierung

Schon vor 12.000 Jahren zogen asiatische Bevölkerungsgruppen, deren Nachkommen die Inuit und First Nations sind, von Westen aus durch das heutige Kanada. Vor etwa 500 Jahren besiedelten über den Atlantik kommende Europäer nach und nach den Kontinent. Zunächst wurden friedlich Güter mit den Ureinwohnern getauscht, doch schon bald hegten die Neuankömmlinge Besitzansprüche. Eingeschleppte Krankheiten und die kämpferische Überlegenheit der Europäer führten dazu, dass ganze uramerikanische Kulturen ausgelöscht oder in Reservate abgedrängt wurden.

Machtkämpfe und Staatsgründung

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Die verschiedenen europäischen Nationen bekämpften sich aber auch untereinander. Insbesondere Großbritannien gewann zunehmend an Einfluss, schickte viele Kolonisten nach Kanada und finanzierte die Erschließung des riesigen Landes. Die Franzosen lieferten sich mit ihnen über lange Zeit Kämpfe um wichtige Standorte, mussten aber letztlich nachgeben. Im Britisch-Amerikanischen Krieg gingen Briten und Franzosen gemeinsam gegen die USA vor und empfanden erstmals ein kanadisches Nationalbewusstsein. Am 1. Juli 1867 wurden mehrere Provinzen zu einem Bundesstaat zusammengeschlossen – Kanada war geboren und feiert seitdem an diesem Datum den Nationalfeiertag. Hauptstadt des jungen Staates wurde, so entschied es damals Königin Victoria, Ottawa. Diese Stadt lag strategisch sicher vor US-Angriffen und außerdem an der französisch-englischen Sprachgrenze – so gab es keinen Anlass für weitere Streitereien zwischen Franko- und Anglokanadiern. Erst 1931 erhielt Kanada die staatliche Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien. Trotzdem ist der britische Einfluss vielerorts zu spüren.

Einwanderung und Multikulturalität

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Doch auch die französische Sprache und Kultur spielt in bestimmten Regionen noch immer eine wichtige Rolle. Einige Frankokanadier forderten Mitte des 20. Jahrhunderts sogar die Unabhängigkeit Quebecs, was aber 1980 per Volksentscheid abgelehnt wurde. Trotzdem veränderte man einiges zugunsten der frankophonen Bevölkerung, zum Beispiel wurde Französisch zweite Landessprache. Vielleicht ist es auch dem Einfluss der Frankokanadier zu verdanken, dass Subkulturen in Kanada vergleichsweise viele Rechte haben und ihnen die Freiheit gegeben wird, ihren Lebensstil auszuleben. Die First Nations, aber auch die vielen neuen Einwanderer vor allem aus Europa und Asien bereichern das multikulturelle Zusammenleben in Kanada.

Politik in Kanada

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Kanada ist heute eine parlamentarische Monarchie. Die britische Königin Elizabeth II. ist das Staatsoberhaupt, doch die Regierungsverantwortung trägt der Premierminister. Das Parlament hat seinen Sitz in Ottawa, basiert auf demokratischen Wahlen und bestimmt wiederum den Premierminister. Dieses Amt bekleidet aktuell der Liberale Justin Trudeau. Dank der föderalistischen Strukturen besitzen die Provinzen und Kommunen viel Einfluss.

Wirtschaft

Kanada ist eines der wohlhabendsten Länder der Erde und reich an Bodenschätzen. Neben dem Abbau von Rohstoffen wie Eisenerz, Kupfer und Gold spielt die Forstwirtschaft in dem waldreichen Land eine wichtige Rolle. Auch Erdöl und Erdgas kommen in hohem Maße vor und ließen eine große Rohstoffindustrie entstehen. Land- und Fischereiwirtschaft bilden die Lebensgrundlage von Farmern und Fischern. Drei Viertel aller Kanadier arbeiten jedoch im Dienstleistungssektor. Der Tourismus ist mittlerweile der fünftgrößte Wirtschaftszweig des Landes. Auch zukunftsorientierte Technologien sind in Kanada sehr leistungsstark.

Cooler Lifestyle: Kultur und Lebensart

Kanada – so ähnlich wie die USA?

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Klar – Kanada und die USA sind Nachbarländer und weisen die eine oder andere Gemeinsamkeit auf. Wie in den Staaten ist man es in Kanada beispielsweise seit Jahrhunderten gewohnt, mit unterschiedlichen Kulturen zusammenzuleben, die sich hier allerdings weniger vermischen oder im Mainstream untergehen. Kanada bezeichnet sich stolz als „Salad Bowl“ und grenzt sich auf diese Weise von der US-amerikanischen Idee des Melting Pot ab. Generell mögen es Kanadier nicht so gern, ständig mit US-Amerikanern verglichen oder sogar mit ihnen verwechselt zu werden.

Gelassenheit und Spontanität

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Fest steht jedenfalls: Kanadier sind gelassene Zeitgenossen. Ihre Umgangsformen sind dementsprechend eher locker. Im Straßenverkehr lassen sie sich nicht aus der Ruhe bringen, sondern lassen anderen gerne mal den Vortritt. Man kleidet sich überwiegend „casual“ – manche Kanadier nehmen das auch wörtlich. Du wirst erstaunt sein, wenn du im Supermarkt das erst Mal jemanden im Bademantel einkaufen siehst oder der eine oder andere Mitschüler die High School in Pyjamahosen besucht! Auch im Zusammenleben mit der Gastfamilie wird dir auffallen, dass nicht alles so durchgeplant wird wie in Deutschland. „Leben in der Gastfamilie“

Vieles ähnelt aber auch dem, was du aus Deutschland gewohnt bist. Als Gast bringt man netterweise ein kleines Geschenk mit, zieht die Schuhe am Eingang aus und bietet seine Hilfe an, beispielsweise beim Abräumen des Tisches nach dem Essen.

Anglo- und frankokanadische Kultur und Multikulturalität

Die Vielfalt der Einwanderer prägt die Kultur des Landes und hat zu einer toleranten und wohlwollenden Einstellung vieler Kanadier gegenüber Neuem geführt. Man ist aufgeschlossen und nimmt gern teil an den Gepflogenheiten anderer Bevölkerungsgruppen. Dank der vielen chinesischen Mitbürger wird das chinesische Neujahr gefeiert, und der kanadischen Version von japanischem Sushi sind schon viele Gastschüler erlegen. Dabei bewahren sich die Subkulturen ihre Eigenheiten. In Richmond, einem Stadtteil von Vancouver mit hohem chinesischem Bevölkerungsanteil, sind die Straßenschilder sogar auch auf Chinesisch beschriftet!

Die Sitten des einstigen Mutterlandes Großbritannien finden sich nach wie vor in Kanada. Beispielsweise wird im Alltag viel Wert auf Höflichkeit und Rücksichtnahme gelegt. Doch auch der Einfluss Frankreichs ist, zumindest in Quebec, deutlich zu spüren: So begrüßt man sich dort auf typisch französische Weise mit auf die Wange gehauchten Küsschen. Altertümliche Gebäude, elegante Kaffeehäuser, die sich auf Französisch unterhaltenden Menschen – all das verleiht besonders der Hauptstadt Quebec City eine romantische, eben irgendwie französische Atmosphäre.

Kanadische Ureinwohner/First Nations

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Die indigenen Völker machen mittlerweile nur noch einen kleinen Prozentsatz der Gesamtbevölkerung aus. Leider ist die gemeinsame Geschichte von kanadischen Ureinwohnern und europäisch-stämmigen Einwanderern geprägt von Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Noch heute kämpfen die First Nations für ihre Rechte und die Meinungen darüber gehen mitunter weit auseinander. Als Austauschschüler solltest du dieses heikle Thema nicht anschneiden. Wenn du dich für die Kultur der Ureinwohner interessierst, gibt es viele Möglichkeiten, die zu informieren. Die Kunstwerke der kanadischen Ureinwohner werden im ganzen Land als Sehenswürdigkeiten geschätzt (besonders zu empfehlen ist das Canadian Museum of History in Ottawa), und an vielen High Schools werden die Sprachen und Sitten der Ureinwohner gelehrt. Auf diese Weise wird das Wissen darüber erhalten, welche Erfindungen, Spiele und gängigen Begriffe der First Nations Einzug in die gesamtkanadische Kultur gehalten haben. Wusstest du, dass sie die ersten waren, die Kartoffeln, Tomaten und Mais angebaut haben? Außerdem haben sie beispielsweise den Lacrosse-Sport und Kanus erfunden.

 Millionen Möglichkeiten: Freizeit

Familie und Freunde

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Für viele Kanadier steht die Familie an erster Stelle. Während tagsüber jedes Familienmitglied seiner Arbeit, Schulveranstaltungen oder sonstigen Verpflichtungen nachgeht, verbringt man die Abende und oft auch die Wochenenden gemeinsam. So wird in aller Regel zusammen zu Abend gegessen. Auch danach sitzt man meistens noch beisammen, spielt ein Spiel, schaut einen Film an oder unterhält sich einfach. An den freien Tagen stehen Ausflüge an, vielleicht auch der Besuch eines Gottesdienstes oder ein Barbecue mit den Nachbarn oder der weiteren Verwandtschaft. Ist ein Familienmitglied in einer Teamsportart engagiert oder interessiert sich für Autorennen, schaut auch der Rest der Familie oft zu.

Weil im kanadischen Schulsystem am Nachmittag AGs, sogenannte Extracurricular Activities vorgesehen sind, ist man auch nach dem eigentlichen Unterricht mit Jugendlichen zusammen. Egal ob beim Hockeytraining, in der Schulband oder beim Bühnenbau für die Musical-Gruppe: Hier lernen Gastschüler blitzschnell Freunde kennen. Am Wochenende treffen Teenager sich in der Mall, im nächsten Tim Horton’s oder verabreden sich einfach zu Hause zum Quatschen, Computerspielen oder Übernachten.

Austauschschülerinnen und -schüler können übrigens auch an Ausflügen teilnehmen, die der jeweilige Schulbezirk für Internationals organisiert. Eine super Gelegenheit, auf Gleichgesinnte aus aller Welt zu treffen und die Umgebung kennenzulernen. In der Schuldatenbank kannst du recherchieren, wo welche Freizeitaktivitäten angeboten werden.

Natur pur

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Gerade eingefleischte Naturliebhaber werden sich im Land der Seen und Wälder sehr wohlfühlen. Kanadier lieben es, die Landschaft und auf ausgedehnten Wanderungen zu durchstreifen und auf Campingausflügen der Natur ganz nah zu sein. Am Lagerfeuer zu sitzen, Marshmallows und Würstchen zu grillen, über sich nur den klaren Sternenhimmel… eine unvergessliche Erfahrung! Insbesondere die vielen Nationalparks sind beliebte Ausflugsziele. Je nachdem, was die Umgebung bereithält, gehört für viele Familien auch Skifahren oder Snowboarden zu einem winterlichen Wochenende dazu. Die zahlreichen Seen, auf denen man bei Minusgraden prima Schlittschuhfahren kann, eignen sich im Sommer zum Kajak- oder Wasserskifahren, Rudern und Schwimmen.

Sport und Team Spirit

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Sport, insbesondere Teamsport, spielt in Kanada eine große Rolle. Egal, ob man selbst aktiv ist oder als Zuschauer seine Lieblingsmannschaft anfeuert: Sport gehört einfach zum Lebensgefühl dazu. Trainiert wird in der Regel täglich nach dem Unterricht, und an den Wochenenden finden Spiele gegen benachbarte Mannschaften statt. Die inoffizielle Nationalsportart ist Eishockey, doch auch Rugby-, Football-, Basketball- und Lacrossespiele werden fieberhaft verfolgt. Weitere gängige Sportarten sind Track and Field (Leichtathletik), Cheerleading oder Schwimmen. Als Austauschschüler sollte man sich die Erfahrung, in Kanada einem Sportteam anzugehören, nicht entgehen lassen! Angenehmer Nebeneffekt: Man trainiert die leckeren Burger und Pancakes wieder weg

Mehr als Burger: Essen in Kanada

Warme Küche

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In einem so großen Land ist die Küche so vielfältig wie die Regionen und ihre Bewohner. In den Atlantikprovinzen stehen Fisch und Meeresfrüchte auf der Speisekarte – Hummer ist eine typische Spezialität in Nova Scotia. Im Landesinneren genehmigt man sich eher ein Steak (am besten Alberta Beef) mit Folienkartoffel oder einen leckeren Burger mit Pommes. Natürlich spielen die multikulturellen Einflüsse auch kulinarisch eine Rolle: Chinesische Nudelgerichte, italienische Pizza und mexikanische Tacos bekommt man in allen größeren und kleineren Städten. Die französische Küche herrscht in der Region um Quebec vor; Hier sollte man die Poutine genannten Pommes mit Bratensoße und Cheddarkäse auf jeden Fall probieren.

Frühstück

Das Frühstück fällt in Kanada eher spartanisch aus – zumindest an Schultagen. Vielleicht wird es für dich ungewohnt sein, dass am Morgen jedes Familienmitglied, wenn überhaupt, für sich frühstückt. Auch du wirst dir sicherlich nach kurzer Zeit entweder Cereals zubereiten oder ein P&J (Peanutbutter-Jelly-Sandwich) fertigmachen und damit zum Schulbus hasten. Am Wochenende nimmt man sich mehr Zeit für die Familie und frühstückt eher gehaltvoll: Oft werden oft Spiegeleier, Oatmeal (Haferbrei), Pancakes und Bacon serviert, selbstverständlich mit jeder Menge Ahornsirup!

Essen in der Schule

In vielen High Schools gibt es Cafeterias, in denen du einfache Gerichte wie Mac and Cheese (Maccaroni mit Käse), Pizza oder Hot Dogs bekommst oder dich an der Salatbar bedienen kannst. Manche Schüler bringen auch Left Overs mit, warmes Essen vom Vorabend, und wärmen es in den schuleigenen Mikrowellen auf. Man kann sich auch morgens ein paar Sandwiches für den Tag schmieren oder in eine nahe Fastfood-Filiale gehen – Hauptsache, man kommt mit Mitschülern ins Gespräch und verbringt Zeit mit seinen Freunden.

Abendessen

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Das Dinner ist oft die einzige Mahlzeit des Tages, die gemeinsam mit der Familie eingenommen wird. Die Gelegenheit wird genutzt, um die Ereignisse des Tages zu besprechen oder Wochenendaktivitäten zu planen. Als Gastschüler solltest du wissen, das in vielen Familien großer Wert auf diese gemeinsame Zeit gelegt wird – versuche also, dich so oft es geht daran zu beteiligen. Sicherlich freuen sich die Familienmitglieder, wenn du nicht nur beim Tisch decken und abräumen hilfst, sondern ab und zu auch mal selbst den Kochlöffel schwingst. Einfache, deutsche Gerichte wie Königsberger Klopse, Bratwurst mit Sauerkraut oder Schnitzel gelingen jedem und bringen den Kanadiern deine (Ess-)Kultur nahe. Tipp: Weltweiser-Kochbuch und Dr. Oetker

Party on: Feiern in Kanada

Thanksgiving, Halloween & Co.

Kanadier sind pragmatisch – hat eine der vielen Bevölkerungsgruppen etwas zu feiern, machen die anderen gleich mit. Das chinesische Neujahrsfest wird von der großen chinesischen Community in Vancouver mit prachtvollen Umzügen, Musik und Feuerwerk begangen – ein einmaliges Erlebnis, das je nach Beginn des chinesischen Neujahrs zwischen Januar und März stattfindet.

Der Winter Carnaval in Quebec findet ebenfalls in der kalten Jahreszeit statt und feiert alles, was mit Schnee, Eis und Kälte zu tun hat. Hier kann man Eisskulpturen und haufenweise Schneemänner bewundern. Ganz verrückte gehen im Schneebaden oder machen beim Bootsrennen auf dem vereisten Sankt-Lorenz-Strom mit.

Der kanadische Nationalfeiertag jährt sich am 1. Juli 2017 zum 150. Mal. Neben den üblichen Paraden, Konzerten und Feuerwerken sind zu diesem Jubiläum besondere Highlights geplant: Ein riesiges Picknick auf der Brücke, die die Hauptstadt Ottawa mit Gatineau verbindet, sowie bedeutende Ausstellungen und Multimedia-Projekte sind geplant. Der Dresscode lautet bei allen Festivitäten rundum den Canada Day: weiß-rot! Wichtig zu wissen: Das ganze Jahr über ist der Eintritt in die kanadischen Nationalparks kostenlos.

Im Sommer finden im ganzen Land Pow Wows statt, bei denen die Nachfahren kanadischer Ureinwohner zusammenkommen, Kontakte und ihre Traditionen pflegen. Welchem Stamm man angehört, ist dabei unwichtig, und auch Zuschauer sind herzlich willkommen.

Thanksgiving in Kanada wird immer am zweiten Montag im Oktober gefeiert. Wie die US-Amerikaner machen sich auch die Kanadier an diesem Festtag bewusst, wofür sie im Leben dankbar sind und feiern mitsamt der Familie und mit einem großen Festmahl, das meist aus einem stattlichen Truthahn, Mais, Süßkartoffeln und leckerem Kürbiskuchen besteht.

Halloween nehmen viele kanadische Familien zum Anlass, Haus und Garten mit Kürbissen, Vogelscheuchen und Gruselskeletten zu dekorieren. Am 31. Oktober verkleiden sich Kinder und Jugendliche, besuchen Halloween-Partys und sammeln Süßigkeiten beim „Trick or Treating“ ein. Das muss man erlebt haben!

Das kanadische Weihnachtsfest findet meist zu Hause im familiären Kreis statt. Am 24. Dezember, dem Chistmas Eve, passiert allerdings zunächst noch nichts. Erst am nächsten Morgen finden die Kinder (natürlich inklusive Austauschschüler) prall gefüllte Socken am Kamin vor, und die heißersehnte Bescherung wird noch im Schlafanzug vollzogen. Neben einem leckeren Festessen variieren die Programmpunkte von Familie zu Familie. Viele spielen Brettspiele oder besuchen gemeinsam die Kirche. Wem die Geschenke nicht gefallen, der kann sich am 26. Dezember, dem Boxing Day, in den Umtauschtrubel der Geschäfte stürzen.

Weitere gesetzliche Feiertage und Fun Days:

1. Januar: New Year’s Day
14. Februar: Valentine’s Day
17. März: St. Patrick’s Day
Ostern: Good Friday
Easter Monday
Montag vor dem 25. Mai: Victoria Day
1. Montag im August: Provincial Day
1. Montag im September: Labour Day
11. November: Remembrance Day

Let’s talk: Sprache und Kommunikation

Englisch

Kanada ist eines der beliebtesten Länder von Einwanderern, Touristen und Gastschülern. Einer der Gründe ist sicherlich, dass hier größtenteils die Weltsprache Englisch gesprochen wird. Das Französisch die andere offizielle Landessprache ist, bemerkt man im täglichen Leben in den meisten Regionen des Landes kaum. Als deutscher Jugendlicher hast du schon einige Jahre Englischunterricht hinter dir und kannst von Anfang an mit den Kanadiern kommunizieren und gemeinsam mit ihnen den Unterricht besuchen. Wie du dich auf den englischsprachigen Alltag vorbereiten kannst, erfährst du hier.

Viele Neulinge empfinden die deutliche Aussprache der Kanadier als gut verständlich, was bei der Eingewöhnung natürlich praktisch ist. Die Aussprache unterscheidet sich bei manchen Wörtern von dem, was man aus US-amerikanischen Filmen oder Fernsehsendungen gewohnt ist, doch man gewöhnt sich schnell daran. Was die Schreibweise angeht, finden sich manchmal noch britische Relikte. So wird in Kanada „travelling“ mit zwei „l“ geschrieben, in den USA jedoch nicht. Andere Besonderheiten liegen darin begründet, dass viele Wörter aus dem Französischen entlehnt sind.

Link/Liste aller englischsprachigen Schulbezirke

Französisch

Französisch ist seit 1969 zweite Amtssprache in Kanada und die Muttersprache von etwa einem Viertel aller Einwohner. Die meisten Frankokanadier leben in Quebec, wo sie etwa 80 Prozent der Bevölkerung ausmachen, und ein paar Ontario. In New Brunswick ist etwa ein Drittel der Einwohner französischsprachig. Da es schon lange her ist, dass ihre Vorfahren aus Frankreich nach Kanada kamen, unterscheidet sich das kanadische Französisch von dem unseres Nachbarlandes in Europa. Das Arkadische, was von Frankokanadiern in den Atlantikprovinzen gesprochen wird, klingt wiederum anders als das Quebecer Französisch der übrigen Provinzen. Wenn du deinen Kanada-Aufenthalt in einer frankophonen Gegend erleben möchtest, kann es sein, dass du insbesondere im Umgangssprachlichen mit deinem Schulfranzösisch ein paar Startschwierigkeiten hast. Dies sollte dich von der einmaligen Erfahrung jedoch nicht abhalten, denn der Dialekt ist nicht „schlechter“ als europäisches Französisch.

Link/Liste aller französischsprachigen Schulbezirk

Weitere Sprachen

Kanada ist ein klassisches Einwanderungsland. Etwa ein Fünftel aller in Kanada lebenden Menschen haben eine andere Erstsprache. Dies sind neben den Sprachen der Ureinwohner zum Beispiel Chinesisch, Italienisch, Panjabi und Spanisch. Einwanderer haben das Recht, staatlich geförderten Unterricht in ihrer Erstsprache zu erhalten. Viele High Schools bieten deshalb die Möglichkeit, Japanisch- oder Mandarin-Kurse zu wählen oder etwa die Sprache der Mi’kmaq zu lernen, einer Bevölkerungsgruppe, die ihre Wurzeln in Ostkanada hat.

Miteinander reden in Kanada

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Die offene, verbindliche Art der Kanadier erleichtert Austauschschülern den Start in die ersten Gespräche. Beliebtes Small Talk-Thema: das Wetter. Auch Höflichkeitsfloskeln werden viel häufiger verwendet als in Deutschland. Lass dich also nicht aus dem Konzept bringen, wenn sich nicht nur Nachbarinnen, Lehrkräfte und Busfahrer, sondern auch Verkäuferinnen und Kellner freundlich nach deinem Befinden erkundigen. Auf ein „How are you?“ antwortest du einfach „Fine, thank you, and you?“ – und schon hast du die Small Talk-Hürde bestanden. Schon nach kurzer Zeit wirst auch du alle möglichen Leute fragen, wie es ihnen geht!

Ein weiterer Unterschied zur deutschen Art zu kommunizieren sind die oft enthusiastischen Formulierungen. Gegen die Begeisterung, die Kanadier bei allen möglichen Gelegenheiten an den Tag legen, wirkt das Deutsche oft nüchtern oder sogar unhöflich. Fragt dich dein Gastvater, wie dein Schultag war, antworte lieber „great“ oder „awesome“ anstatt „It was okay“. Lass dich einfach von der positiven kanadischen Art anstecken!

„Beating around the bush“ – so nennt man es auf Englisch, wenn jemand um den heißen Brei herumredet. In Nordamerika ist es nicht unbedingt üblich, jemanden klar zu etwas aufzufordern oder direkte Kritik zu üben. Eine positive Stimmung und harmonisches Miteinander sind Kanadiern eben wichtiger, als auf seiner Meinung zu beharren. Manchmal wirst du ein wenig zwischen den Zeilen lesen müssen, um herauszufinden, was ein Lehrer oder die Gastmutter von dir erwartet. Wenn du dir nicht sicher bist, frag einfach nach!

So kommst du von A nach B

Transportmittel in Kanada

Auto: Obwohl sie wissen, dass Kanada ein riesiges Land ist, sind viele Besucher überrascht von den langen Distanzen. Kanadier bewegen sich größtenteils mit dem Auto fort und finden es ganz selbstverständlich. So ist es ganz normal, sich für einen einfachen Wochenendausflug vier Stunden ins Auto zu setzen – pro Strecke, wohlgemerkt. Städte, Freizeitparks und andere Sehenswürdigkeiten liegen eben weit auseinander in Kanada. Du wirst dich schnell daran gewöhnen und feststellen, dass die unendlich lang erscheinenden Highways wirklich eine Erfahrung für sich sind!

Eisenbahn: Die staatliche Eisenbahngesellschaft Kanadas heiß Via Rail und verbindet alle großen und mittelgroßen Städte des Landes. Wer mit dem Zug von Vancouver nach Toronto fahren möchte, muss ganze vier Tage und Nächte einplanen! Mit ein bisschen Glück kann man die Landschaft in den Panoramawagen, die mit Glasdächern ausgestattet sind, ungestört genießen. Welche Routen es gibt, kannst du dir auf der Via Rail-Website anschauen.

ÖPNV: In großen Städten wie Toronto, Edmonton oder Vancouver ist das Bus- und Bahnnetz gut ausgebaut. In Vancouver ist es dir mit dem Skytrain und auch Seebussen Richtung Vancouver Island möglich, dich schnell und unkompliziert fortzubewegen. In Ottawa steigt man in den O-Train, in Calgary in den CTrain, in Toronto nimmt man die U-Bahn (Subway) und Quebec City fährt man – typisch französisch – mit der Metro.

Flugzeug: Logisch – Kanada liegt, von Europa aus gesehen, auf der anderen Seite des Atlantiks und wird von deutschen Austauschschülern deshalb per Flugzeug angesteuert. Wer in der Nähe eines internationalen Flughafens wohnt und einen Schulbezirk in der Nähe von Toronto oder Vancouver ausgesucht hat, kann per Direktflug dorthin. Die meisten anderen müssen innerhalb von Kanada umsteigen. Wichtige Hinweise und nützliche Tipps zum Thema Flug gibt es hier

Mobilität und Schüleraustausch: Abseits der größeren Städte ist es mit öffentlichen Verkehrsmitteln jedoch nicht weit hergeholt. Wahrscheinlich wirst du während deines Kanada-Aufenthaltes mit dem Schulbus zur Schule und zurückfahren – bei anderen Unternehmungen ist man als Jugendlicher ohne Führerschein oft darauf angewiesen, von den Eltern gefahren zu werden. In manchen Regionen wie in Teilen Ontarios entlang des St. Lawrence Stroms liegt Fahrradfahren durchaus im Trend. Doch dir wird auffallen, dass man noch eher selten Fahrradfahrer sieht und deine Gastfamilie vielleicht sogar verwundert ist, wenn du darum bittest, deine Wege mit dem Fahrrad fahren zu dürfen. Manche möchten auch nicht, dass ihre Kinder und Gastschüler mit den öffentlichen Bussen fahren. Aber keine Sorge: Kanadier sind es gewohnt, ihre Kinder zum Training zu bringen oder bei Freunden abzuholen und werden dies auch gern für dich tun.